"Digitales Splitgrade"


Japanischer Garten in der Rheinaue Bonn
Adox Silvermax100 @25 entwickelt in Silvermax Entwickler (N-2)
"Digitales Splitgrade"


Es ist oftmals nicht so einfach, mit einem Scanner das Optimum aus einem Negativ mit sehr breitem Tonwertumfang heraus zu holen.


Beim  Vergrößern verwendet man in der Dunkelkammer Multigrade-Papier und tastet sich durch die Kombination verschiedener Gradationen (Splitgrade) an das Optimum heran, um Zeichnung in den Lichtern und Schatten zu bekommen. Auch kann man nachbelichten oder abwedeln.

Innerhalb einer Scannersoftware ist dies nicht möglich. Hier kann man i.d.R. nur Belichtung, Kontrast und Mitteltöne variieren, die immer Einfluss auf das gesamte Bild haben. So ist es nur schwer möglich, wenn überhaupt, ein Optimum erreichen.

Ich stelle Euch nun eine einfache Methode vor und nenne sie in Analogie zur Dunkelkammer "Digitales Splitgrade

Die Schritte sind:

  1. Einscannen des Bildes mit 3 unterschiedlichen
    gamma-Gradationen (0.5, 2.5 und 5)
  2. Zusammenführung der drei Scans in einer HDR Software und
  3. Optimierung der drei Gradationen mittels der HDR Software


Ich benutze die Scannersoftware "Silverfast SE", die Ihr Euch als Demoversion herunterladen könnt.




Als HDR Software verwende ich die Freeware "HDR Projects darkroom"




Als Beispiel habe ich ein Negativ von einem Adox Silvermax Film gewählt, der aufgrund seines hohen Silbergehaltes bis zu 14 Zonen abbilden kann. Damit nicht genug: Um das Maximum aus dem Film bei grellem Licht zu holen, habe ich ihn nicht mit ISO 100 sondern mit IS0 25 belichtet und entsprechend kürzer (N-2) im Silvermax Entwickler entwickelt.


In der Silverfast Software kann man über das Menu "Bearbeiten/Einstellungen" die Gradation einstellen.
Wir stellen nun nacheinander die drei Gradationen 0.5, 2.5 und 5 ein und scannen jeweils in der von uns gewünschten TIFF-Auflösung.

Achtung: Automatik ausschalten



Wie man sieht, verschiebt sich nun das Histogramm entsprechend.

Diese drei Scans werden im Anschluss in die HDR-Software geladen.




Im linken Menü hat man die Möglichkeit, die einzelnen Scans unterschiedlich zu gewichten und kann das Bild entsprechend "modellieren", wie  es auch in der Dunkelkammer mittels Splitgrade geschieht. Im rechten Menu kann dann die globale Feinabstimmung vorgenommen werden.

Das Resultat ist ein sehr plastisch anmutendes Bild mit bester Zeichnung von den Schatten bis in die Lichter.

Die oben beschriebene Vorgehensweise ist nicht zu verwechseln mit einem Multiexposure (ME) Scan, wie in die Scannersoftware durchführt. Die Daten werden intern verarbeitet und können nicht beeinflusst werden!

Als Alternative zur HDR Software kann man auch Photoshop oder Gimp einsetzen und die drei Scans als Ebenen laden. Hier hat man weitere Möglichkeiten, nämlich in den einzelnen Ebenen lokal abzuwedeln und nachzubelichten.

Noch einige weitere Beispiele des "Digitalen Splitgrade":








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